Interessante Meldung vom 06.04.2018

Durch Zufall habe ich im Internet gelesen, dass Boracay seit dem 26.04.2018 für 6 Monate für den Tourismus wegen starker Verschmutzung gesperrt ist. Nun, ich habe die Verschmutzung gesehen und kann den Zustand der Insel voll und ganz bestätigen. Aber wen wundert es? Wenn von 100 Tonnen Müll am Tag nur 30 Tonnen auf die Deponie auf der Nachbarinsel gebracht wird, kann man sich lebhaft vorstellen, wie es auf der Insel und im Wasser rund um die Insel aussieht. Letzteres sieht man besonders eindrucksvoll nach einem Sturm auf hoher See, wenn der Abfall als Treibgut an den Strand geschwemmt wird.

Allerdings haben sich die Philippinen diesen Zustand selbst zuzuschreiben. Als ich 2006 auf Boracay war, war die Insel noch ein Paradies für Taucher und Rucksacktouristen. Kleine Tauchbasen, einfache Cottages und Imbissbuden säumten den Stand. Alles war sehr gepflegt und sauber. Dort, wo heute die Hauptstraße, links und rechts von massiven Häuserblocks begrenzt, entlang geht, war 2006 noch nichts, allenfalls eine Sandpiste. Auch gab es nicht annähernd so viele Krafträder wie heute. Zu der Zeit verirrten sich gerade mal 250.000 Touristen pro Jahr auf die Insel.

Heute folgt ein Hotelbunker dem Nächsten. Der Massentourismus hat Einzug gehalten. Im Jahr 2017 kamen 2 Millionen Gäste nach Boracay. Insbesondere Chinesen und Koreaner haben Gefallen an dem einstigen Paradies gefunden. Die Insel ist jedoch mit den Menschenassen maßlos überfordert, nachdem die herangelockten Investoren bauten und bauten (und nicht immer zu Ende bauten!). Zu allem Überfluss ergab eine Untersuchung auch noch, dass viele Hotels ihr Abwasser samt Fäkalien direkt ins Meer leiten. Für einige private Investoren, die auf den Tourismus gebaut haben, wird die Inselschließung wie ein Todesurteil wirken. Auch die kleinen Geschäfte und Restaurants werden der Entscheidung nicht entgegen zu setzen haben. Aber dies sind die Folgen einer Fehlplanung der Politik und Behörden.

Zudem munkelt man, dass noch kurz vor Präsident Dutertes Dekret der Bau eines 500 Millionen Dollar teuren Casinoresorts auf Boracay genehmigt worden sei und dass man aus diesem Grunde die Insel reinigen wolle. Welche gutbetuchten Persönlichkeiten wollen schon Urlaub in einer, laut Präsident Duterte, „Kloake“ machen?

Wie auch immer, ich war zweimal auf Boracay und habe die gravierenden Veränderungen in einem Zeitraum von 12 Jahren gesehen. Gerade noch rechtzeitig durfte ich das Paradies besuchen und anschließend seinen Untergang erleben...

Quellen:

Blick, Morgenpost, Generalanzeiger Bonn

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