Kräftige Suppe aus Osteuropa: Soljanka

Soljanka ist eine Suppe mit russischem Ursprung. Dieses traditionell bäuerliche Essen beinhaltet eigentlich Reste von Lebensmitteln der Vortage, zum Beispiel Wurst- und Fleischreste, Kartoffeln, Gemüse etc. Im Laufe der Zeit wurde dieses Gericht immer mehr verfeinert und ist heute salonfähig. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion wird sie gerne als landestypische Suppe oder als Eintopf angeboten.

Ich mag diese deftige Mahlzeit vor allem an kalten Wintertagen sehr gerne. Ein glücklicher Umstand bietet mir den Vorteil, dass es ganz in meiner Nähe einen russischen Supermarkt gibt, bei dem ich die wichtigsten Zutaten kaufen kann.

Das nun folgende Rezept für gut 6 Personen habe ich von dem Bruder meiner Liebe:

3 Liter Wasser, 500 g Rinderhals, 500 g Kasslerschälrippe, 150 g Schinkenwurst, 200 g geräucherte Brühwürstchen, 200 g Knackwürstchen (ich verwende die nach lettischer Art), 1 kleine Möhre, 4 mittelgroße Kartoffeln, 2 Tomaten, 1 Paprika, 2 Zwiebeln, 10 eingelegte saure Gurken, 2 EL Tomatenmark, 2 Lorbeerblätter, 10 schwarze Pfefferkörner, 150 ml Brühe der salzigen Gurken, 1 Bund Petersilie, 1 Bund Dill, 10 schwarze Oliven mit Kernen, 2 EL Sonnenblumenöl, 40 g Butter (ich verwende hier russische Butter, die einen intensiveren Geschmack hat), 200 g russischer Quark/saure Sahne, 1 Zitrone, Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und Salz

Den typischen Geschmack erhält die Soljanka durch die Kasslerschälrippe und die sauren Gurken.

Als erstes bringe ich die 3 Liter Wasser in einem großen Kochtopf zum Kochen. Dann gebe ich den Rinderhals und die Kasslerschälrippe mit den beiden Lorbeerblättern ins Wasser und lasse das 2 Stunden bei kleiner Hitze köcheln.

Inzwischen bereite ich die übrigen Zutaten vor. Die Schinkenwurst schneide ich in kleine Stifte. Das gleiche mache ich auch mit den Knackwürstchen, nachdem ich sie halbiert habe. Die Brühwürstchen häute ich, bevor ich sie ebenfalls halbiere und in kleine Stifte schneide. Die sauren Gurken halbiere ich ebenso, halbiere die Hälften dann noch einmal und schneide die Stücke in sehr feine Scheiben. Ich schäle die Zwiebeln. Eine von ihnen schneide ich in kleine Würfel. Die andere belasse ich als Ganzes.

Nach gut einer Stunde füge ich der köchelnden Boullion die ganze Zwiebel bei, die ich lediglich an einem Ende kreuzweise bis zur Hälfte eingeschnitten habe.

Nun wasche ich die Möhre gründlich mit kaltem Wasser ab und rasple sie ungeschält. Die Kartoffeln schäle ich und schneide sie in mundgerechte Stücke.

Nach 2 Stunden nehme ich das Fleisch und die Zwiebel aus der Brühe heraus. Das Fleisch stelle ich beiseite, damit es abkühlen kann. Die ausgekochte Zwiebel benötige ich nicht mehr. Ich gebe die ganzen Pfefferkörner der Brühe bei und lasse sie auf kleiner Flamme weiter köcheln.

In eine heiße Pfanne gebe ich eine Kelle der klaren Brühe. Darin dünste ich meine sauren Gurkenscheiben, bis sie ganz weich sind. Wenn die Boullion verdunstet ist, gebe ich eine weitere Kelle der Brühe bei.

Zwischenzeitlich schäle ich die Tomaten und schneide sie in kleine Würfel. Die Paprika wasche ich gründlich mit kaltem Wasser ab, entkerne sie und schneide sie ebenfalls in kleine Würfel.

Nun sollten die sauren Gurken weich gedünstet sein. Ich gebe den gesamten Pfanneninhalt in die Boullion.

Als nächstes erhitze ich das Sonnenblumenöl in einer weiteren Pfanne und brate darin die Zwiebelwürfel, bis sie eine gold-gelbe Farbe bekommen haben. Den Zwiebeln gebe ich ein wenig Salz bei. Bitte beachte, dass die sauren Gurken in der Suppe schon Salz mitbringen. Dann gebe ich die geraspelte Möhre in die Pfanne und lasse sie ca. 3 Minuten mitbraten, bis sie ihre Farbe ändert. Jetzt kommen Tomaten und Paprika dazu. Das Alles lasse ich nochmal 5 Minuten dünsten. Zum Schluss füge ich dem Gemüse noch die Butter und das Tomatenmark bei. Wenn sich diese verflüssigt haben, gebe ich den gesamten Pfanneninhalt in die Suppe, der ich nun auch die vorbereitete Wurst beifüge. Das Ganze lasse ich bei kleiner Flamme weiter köcheln.

Jetzt begebe ich mich an das abgekühlte Fleisch. Ich löse es von den Rippenknochen und schneide es, genau wie den Rinderhals auch, in kleine Stücke. Entsprechend vorbereitet gebe ich das Fleisch in die Suppe, die ich auf kleiner Flamme weiter köcheln lasse.

Jetzt gebe ich meine Oliven mit Kernen, die Kartoffeln und die Brühe der sauren Gurken in die Suppe. Die Brühe ersetzt das würzen der Suppe mit Salz. Die Suppe lasse ich jetzt weitere 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln, bis die Kartoffeln weich sind.

Während dessen hacke ich die Petersilie und den Dill ganz fein. Die Zitrone wasche ich gründlich mit kaltem Wasser ab und schneide sie in Scheiben, die ich wiederum halbiere.

Nach Ablauf der Kochzeit schalte ich den Herd aus und gebe die Hälfte der Petersilie und des Dills auf die Suppe (nicht einrühren). So lasse ich die Suppe auf der ausgeschalteten Herdplatte zugedeckt noch einmal 15 Minuten ziehen.

Zu guter Letzt wird die Suppe noch einmal gut umgerührt und gegebenenfalls mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer nach gewürzt.

Anrichten:

Zum Anrichten gebe ich die Suppe in tiefe Teller, wobei ich darauf achte, dass Gemüse, Fleisch und Wurst gleichmäßig auf die Portionen verteilt sind. So sollte zum Beispiel jeder Teller Kartoffelstücke enthalten. Dann gebe ich 1 EL des russischen Quark/der saure Sahne auf die Suppe und garniere es mit einer Zitronenscheibe und 2 schwarzen Oliven. Zum Schluss verteile ich je 1 EL Petersilie und 1 EL Dill über die Soljanka.

Dazu reiche ich frisches Weißbrot. Traditionell wird dazu Vodka und/oder Bier getrunken.

Ich wünsche Guten Appetit. Lasst es Euch schmecken

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